DNA Test

Es geht um den Familiennachzug eines minderjährigen afghanischen Jungen zu seinem Bruder , der seit 4 Jahren in Deutschland lebt und die Flüchtlingsanerkennung hat. Die griechischen Behörden verlangen einen DNA Test. Hat jemand Erfahrungen dazu? Der Bruder wohnt im Landkreis Stendal.

Liebe Jördis,
liegen Identitätsnachweise vor, die die Verwandtschaft der beiden belegen? @Integration_LK-SDL, habt ihr Ansprechpartner*innen vor Ort, die helfen können? @helend, kennt ihr vergleichbare Fälle? Danke für Eure Mitarbeit. LG

Hallo in die Runde,
die Jungs haben eine Tazkira, also die afghanische Geburtsurkunde. Was anderes gibt es leider nicht. Daraus resultiert sicher die Forderung nach dem DNA Test. In Griechenland kümmert sich eine Betreuerin in der Unterkunft, sowie das mobile Infoteam um den kleinen Bruder. Für den großen Bruder hier in Deutschland versuche ich das zu koordinieren. Ich hatte mit der Uniklinik Halle Kontakt. Die sagten, dass es zwei Möglichkeiten gibt: Einmal wird die Probe von Griechenland angefordert und die Bestimmung erfolgt in Deutschland oder anders herum. Es gibt hierzu noch keine Erfahrungen.
Wie ist hier der Weg richtig?
Die Kosten würden sich auf 400 Euro belaufen. Müssen das die Jungs selbst finanzieren?
Viele Grüße, Jördis

Hallo,
ich habe leider wenig Erfahrung mit DNA-Tests, kenne nur den Verlauf einer Person aus Äthiopien, die Familie nachholen wollte. Da mussten ebenfalls Kosten für DNA-Test komplett selbst getragen werden (sehr teuer!) und Geburtsurkunden, Heiratsurkunde und alles mögliche andere, was vorhanden war, eingereicht werden. Letztlich dauerte es zwei Jahre…
Mehr Infos & Erfahrungen hierzu haben ggf. das DRK oder Caritas?

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Eine weitere Möglichkeit, falls nicht bereits geschehen, wäre, Kontakt mit dem Jugendmigrationsdienst in Stendal aufzunehmen:
https://www.jugendmigrationsdienste.de/jmd/stendal/
Möglicherweise gibt es dort bereits Erfahrungen…

Hallo Jördis,

vor einiger Zeit habe ich im Rahmen einer Familienzusammenführung von Eriteern einen Vaterschaftstest begleitet. Auch hier mussten die Kosten selbst getragen werden.

Wir haben jedoch sehr gute Erfahrungen mit folgenden Anbieter gemacht:
https://www.resultan.de/vaterschaftstest/resultan-verwandtschaftstest/
Das Prozedere lief einwandfrei, kostet allerdings für den Verwandtschaftstest auch hier über 400 Euro.

Für das Thema Familienzusammenführung im Allgemeine sehr hilfreich ist eine Seite des Informationsverbunds Asyl & Migration (falls sie diese noch nicht kennen):
https://familie.asyl.net/start/
In dem geschilderten Fall helfen Ihnen vielleicht die Informationen auf dieser Unterseite:
https://familie.asyl.net/ausserhalb-europas/verfahren/
Unter dem Stichwort “Notwendige Dokumente” heißt es dort:

Hinsichtlich der Beibringung eines DNA-Gutachtens gilt, dass diese Möglichkeit grundsätzlich als „letztes Mittel“ angewandt werden sollte (vgl. Mitteilung der Kommission vom 03.04.2014 zur Anwendung der FamZ-RL, S.27, a.a.O.; insb. zu den rechtlichen Schwierigkeiten eines solchen Erfordernis siehe: „UNHCR Note on DNA Testing to Establish Family Relationsships in the Refugee Context“). Dennoch wird es gerade in Herkunftsländern mit unzuverlässigem Urkundenwesen (zur Übersicht vgl. BT-Drs. 18/9477, S.7 häufig zum Beleg des Verwandtschaftsverhältnis gefordert. Zum Ablauf eines solchen DNA-Gutachten: vgl. Visumshandbuch, S.2-3.

Einen weiteren kompetenten Ansprechpartner finden Sie beim Flüchtlingsrat Niedersachsen:
https://www.nds-fluerat.org/ueber-uns/projekte/familiennachzug/

Ich hoffe, meine Antwort hilft Ihnen etwas weiter.

Gutes Gelingen und viele Grüße
Michael Heine

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